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FALL:

Beinaheabsturz mit PA aus 4. OG

EREIGNIS

Im Rahmen eines Einsatzes zur Brandbekämpfung kam es zu einer gefährlichen Situation auf dem Dach eines mehrgeschossigen Gebäudes. Das Feuer war im Bereich einer Dachgaube ausgebrochen, sodass ein Trupp unter Atemschutz zur direkten Brandbekämpfung auf das Dach vorging. Absturzsicherungen wie Halte- oder Sicherungssysteme waren nicht angelegt.

Das Gebäude war vollständig von einem Baugerüst umstellt, welches zusätzlich mit einem Netz verkleidet war. Während der Löscharbeiten versuchte ein Truppmann, vom Dach aus auf das Baugerüst überzutreten. Dabei kam es zu einer folgenschweren Fehleinschätzung: Der Feuerwehrangehörige setzte den Schritt zu weit an und trat nicht wie beabsichtigt auf die Bohle des Gerüstes, sondern hinter diese. Durch den Fehltritt rutschte er unter das Geländer, konnte sich aber gerade noch mit den Armen abfangen. Nur durch sein schnelles Reaktionsvermögen und die unmittelbare Hilfe seiner Kameraden konnte ein Sturz aus dem vierten Obergeschoss verhindert werden. Ein solcher Absturz hätte mit hoher Wahrscheinlichkeit schwerste oder tödliche Verletzungen nach sich gezogen.

FACHKOMMENTAR


Der Vorfall verdeutlicht eindringlich die Gefahren von Arbeiten im Bereich von Dächern und Gerüsten im Brandeinsatz. Besonders das Arbeiten unter Atemschutz ohne zusätzliche Absturzsicherung erhöht das Risiko erheblich. Eingeschränkte Bewegungsfreiheit, reduzierte Sicht durch Masken und die bauliche Situation (Gerüst mit Netzverkleidung, unklare Trittflächen) können schnell zu lebensgefährlichen Situationen führen. Bei allen Tätigkeiten auf Dächern oder Gerüsten ist der Einsatz geeigneter Absturzsicherungen zwingend notwendig. Diese Maßnahmen müssen als Standard verstanden und ohne Ausnahme umgesetzt werden.

Um Risiken wirksam ausschließen zu können, reicht die Anwendung technischer Maßnahmen wie Absturzsicherungen allein nicht aus. Ebenso entscheidend ist eine klare und effektive Kommunikation innerhalb der eingesetzten Trupps sowie eine gezielte Einweisung durch die Führungskräfte in die örtlichen Gegebenheiten. Gefahrenstellen, wie z. B. Gerüstbereiche mit Netzverkleidungen oder schwer erkennbare Trittflächen, müssen aktiv benannt werden. Deutliche Hinweise auf besondere Risiken erhöhen die Aufmerksamkeit der Einsatzkräfte und reduzieren die Gefahr von Fehltritten.

Gerade in Stresssituationen – etwa bei erhöhter körperlicher Belastung, eingeschränkter Sicht durch Rauch oder Zeitdruck im Brandeinsatz – kommt der Kommunikation eine zentrale Rolle zu. Deutliche Anweisungen, regelmäßige Rückmeldungen über Funk und eine wiederholte Sensibilisierung der Trupps tragen wesentlich dazu bei, dass Sicherheitsregeln auch unter erschwerten Bedingungen eingehalten werden. Ein bewusstes, konzentriertes Vorgehen hat Vorrang vor Eile. Hierdurch lassen sich Fehler und daraus resultierende Unfälle wirksam vermeiden.


Der Vorfall unterstreicht, dass technische Sicherheitseinrichtungen und persönliche Schutzausrüstung allein nicht ausreichen. Sicherheit im Einsatz entsteht erst durch das Zusammenspiel von konsequenter Absturzsicherung, klarer Kommunikation, gezielter Einweisung und bewusstem, aufmerksamen Handeln aller Beteiligten

Dieses Fallbeispiel beruht auf anonymen Schilderungen. Hier gegebene Handlungsempfehlungen befreien nicht von der Pflicht zur Beachtung der Unfallverhütungsvorschriften und des sicherheitstechnischen Regelwerks.

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