FALL:
AGT dehydriert
EREIGNIS
Im Rahmen eines nächtlichen Brandeinsatzes kam es zum Zusammenbruch eines Atemschutzgeräteträgers im Freien. Die vermutete Ursache war eine Dehydration infolge körperlicher Überlastung. Die schnelle Reaktion der Kameraden sowie die Anwesenheit eines Notfallsanitäters verhinderten schwerwiegendere gesundheitliche Folgen
FACHKOMMENTAR
Der Vorfall zeigt exemplarisch die Risiken, die mit körperlicher Belastung unter Atemschutz verbunden sind – insbesondere bei ungünstigen Einsatzbedingungen wie Dunkelheit, Hitze oder fehlender Flüssigkeitszufuhr.
Das Ereignis verdeutlicht daher die Notwendigkeit, die physischen Anforderungen an Atemschutzgeräteträger nicht nur medizinisch, sondern auch organisatorisch zu begleiten. Die Feuerwehr-Unfallkassen weisen seit Jahren auf die Gefahren durch Überwärmung und Flüssigkeitsmangel hin. Die Einhaltung der Eignungsuntersuchung Atemschutz der Gerätegruppe 3 (ehemals G26.3), die regelmäßige Unterweisung zu Einsatzhygiene und die Bereitstellung von Getränken sind zentrale Bausteine zur Unfallverhütung. Darüber hinaus sollten Führungskräfte für die körperliche Belastbarkeit ihrer Einsatzkräfte sensibilisiert werden und bei Anzeichen von Erschöpfung frühzeitig reagieren. Der Einsatz zeigt, wie wichtig eine gute Erste-Hilfe-Struktur innerhalb der Feuerwehr ist – insbesondere bei Einsätzen unter Atemschutz.
Zur Vermeidung ähnlicher Vorfälle ist die konsequente Umsetzung folgender Maßnahmen erforderlich:
· Hydration sicherstellen: Atemschutzgeräteträger müssen vor, während und nach Einsätzen ausreichend Flüssigkeit zu sich nehmen. Die Versorgung mit Wasser oder isotonischen Getränken sollte durch die Einsatzleitung organisiert und kontrolliert werden.
· Belastungsgrenzen beachten: Die körperliche Belastung unter Atemschutz ist erheblich. Einsatzkräfte sollten regelmäßig im Rahmen der arbeitsmedizinischen Pflichtvorsorge bei Tätigkeiten mit Atemschutzgeräten der Gruppe 3 (ehemals G26.3) untersucht und nur bei voller Einsatzfähigkeit eingesetzt werden.
· Einsatzvorbereitung optimieren: Vor jedem Einsatz sind kurze Gesundheits-Checks sinnvoll, insbesondere bei längeren oder nächtlichen Einsätzen.
· Pausen und Rotation: Bei längeren Einsatzzeiten ist eine strukturierte Rotation der Atemschutzgeräteträger mit ausreichenden Pausen unerlässlich.
· Sensibilisierung durch Ausbildung: Die Thematik „Dehydration und Überwärmung“ sollte regelmäßig in der Ausbildung und Unterweisung behandelt werden. Die HFUK empfiehlt hierzu die Nutzung der „Stichpunkte Sicherheit“ zum Thema Hitzeschäden und körperliche Belastung.
Dieses Fallbeispiel beruht auf anonymen Schilderungen. Hier gegebene Handlungsempfehlungen befreien nicht von der Pflicht zur Beachtung der Unfallverhütungsvorschriften und des sicherheitstechnischen Regelwerks.