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FALL:

Baum trifft beinahe Einsatzkräfte

EREIGNIS

Während eines technischen Hilfeleistungseinsatzes sollte ein Baum, der durch einen Sturm vor einem Pkw auf die Landstraße gestürzt war, beseitigt werden. Beim Durchführen der Arbeiten fiel jedoch plötzlich ein weiterer Baum um, traf das Fahrzeug und gefährdete beinahe die Einsatzkräfte, die vor Ort im Einsatz waren.

FACHKOMMENTAR

Zur Verbesserung der Sicherheit der Einsatzkräfte bei technischen Hilfeleistungseinsätzen muss gemäß den Einsatzgrundsätzen der FwDV 3 „Einheiten im Lösch- und Hilfeleistungseinsatz“ verfahren werden. Hier ist grundsätzlich die Eigensicherung oberstes Gebot. Im Rahmen der Erkundung muss zunächst geklärt werden, ob der zu fällende bzw. zu bearbeitende Baum in die Zuständigkeit der Feuerwehr fällt. Feuerwehren werden nur zur Gefahrenabwehr eingesetzt. Bäume, die keine Gefahr für die Öffentlichkeit darstellen, weil sie beispielsweise in einem Garten liegen, fallen nicht in die Zuständigkeit der Feuerwehr. Darüber hinaus muss der der Einsatzort großzügig abgesichert und das nähere Umfeld sorgfältig auf potenzielle Gefahren erkundet werden. Wird im Rahmen der Erkundung festgestellt, dass weitere Bäume im Bereich der Einsatzstelle umfallen können, muss auf die sofortige Beseitigung verzichtet und der Gefahrenbereich abgesperrt werden. Die Beseitigung wird dann später durch die Feuerwehr oder besser Fachfirmen erledigt.

Kann die Gefahrenstelle sofort abgearbeitet werden, empfiehlt es sich, zur Ordnung des Raumes Absperr- und Arbeitsbereiche festzulegen, in denen sich möglichst nur unmittelbar am Einsatzgeschehen beteiligte Personen aufhalten. Auch das Abstellen eines Sicherungspostens, welcher bei Gefahr den sofortigen Rückzug ausruft, kann zur Verbesserung der Sicherheit der Einsatzkräfte beitragen. Zudem müssen sichere Rückzugszonen (sogenannte Rückweichen) klar definiert werden, in die sich die Einsatzkräfte bei Gefahr sicher aus dem Gefahrenbereich entfernen können. Der unterstützende Einsatz von technischen Hilfsmitteln wie Seilwinden kann helfen, Arbeiten sicherer und kontrollierter durchzuführen. Des Weiteren ist eine eindeutige und kontinuierliche Kommunikation unter den Einsatzkräften essenziell, um auf unvorhergesehene Situationen schnell reagieren zu können. Falls nötig, kann die Hinzuziehung von Experten, wie etwa Forstwirten, sinnvoll sein, um besondere Risiken fachgerecht beurteilen und minimieren zu können.

Dieses Fallbeispiel beruht auf anonymen Schilderungen. Hier gegebene Handlungsempfehlungen befreien nicht von der Pflicht zur Beachtung der Unfallverhütungsvorschriften und des sicherheitstechnischen Regelwerks.

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