top of page

FALL:

Atemluftflasche ohne Verschlussstopfen

EREIGNIS

Bei der Montage von Atemschutzgeräten stieß der Atemschutzgerätewart gegen das Ventil einer auf der Arbeitsfläche mit Wegrollsicherung bereitgelegten Atemluftflasche. Das Ventil öffnete sich durch den Anstoß. Da kein Verschlusstopfen montiert war, begann die Atemluft-flasche zu rotieren, woraufhin der Atemschutzgerätewart aus dem Raum flüchtete, in dem sich keine weiteren Personen aufhielten. Die Atemluftflasche flog mehrfach kreuz und quer durch den Raum, zerstörte mehrere Einrichtungsgegenstände und blieb auf dem Boden liegen. Das abgebrochene Flaschenventil steckte im Putz einer Wand und musste mit Werk-zeug daraus entfernt werden. Eine Untersuchung durch ein Fachinstitut ergab keine Hinweise auf eine Vorschädigung.

FACHKOMMENTAR

Durch den hohen Druck der Atemluft kommen Atemluftflaschen bei unkontrollierten Luftaustritt in kürzester Zeit in sehr schnelle Bewegung. Moderne Flaschenventile öffnen bereits bei einer Vierteldrehung so weit, dass nahezu der gesamte Querschnitt zum Ausströmen zur Verfügung steht. Um die unkontrollierbaren Bewegungen der Atemluftflasche im Fehlerfall zur verhindern, werden Verschlußstopfen handfest in das Ventil hineingedreht. Kommt es zum Ausströmen, wird durch den Verschlußstopfen die Menge der ausströmenden Atemluft soweit begrenzt, dass es nicht zu gefährlichen Bewegungen der Atemluftflasche kommen kann. Dazu ist es aber erforderlich, dass der Verschlußstopfen erst unmittelbar vor der Montage der Atemluftflasche an einer Armatur (z. B. Druckminderer des PA, Druckminderer für Luftheber, Füllarmatur) entfernt und unmittelbar nach der Demontage wieder eingeschraubt wird.

Dieses Fallbeispiel beruht auf anonymen Schilderungen. Hier gegebene Handlungsempfehlungen befreien nicht von der Pflicht zur Beachtung der Unfallverhütungsvorschriften und des sicherheitstechnischen Regelwerks.

bottom of page